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Rede Parteipräsident Philipp Matthias Bregy, Nationalrat (VS)

5. September 2026 – Rede des Parteipräsidenten und Nationalrats (VS) Philipp Matthias Bregy anlässlich der Delegiertenversammlung der Mitte Schweiz. Es gilt das gesprochene Wort.

Sehr geehrter Herr Bundesrat,  

Sehr geehrter Herr Kantonalparteipräsident,  

Sehr geehrte Frau Fraktionspräsidentin,  

Geschätzte Mitglieder der Fraktion,  

Liebe Amtsträger, Delegierte und Gäste 

Wir leben in einer Zeit, in der vieles, was lange als selbstverständlich galt, wieder gesichert und neu entschieden werden muss. 

Können wir uns auch morgen auf unsere Sicherheit verlassen? Haben wir genügend und bezahlbare Energie? Bleiben unsere Beziehungen zu unseren wichtigsten Partnern stabil? Und können Familien, KMU und junge Menschen auch morgen auf Wohlstand und sozialen Zusammenhalt vertrauen? 

Wir erleben Krieg in Europa. Die Krankenkassenprämien steigen. Wohnen wird teurer. Unsere Sozialwerke stehen unter Druck. 

Und die Menschen spüren das. Am Küchentisch. Auf der Prämienrechnung. Im Betrieb. Bei der Wohnungssuche. 

Darum braucht die Schweiz eine Politik, die hinschaut, entscheidet und Verantwortung übernimmt. 

Genau dafür steht eine starke Mitte. 

Wir benennen das Problem. Wir sagen, was wir erreichen wollen. Wir zeigen, was eine Lösung kostet. Und wir schaffen die Mehrheit, damit sie auch umgesetzt wird  

Wir wollen nicht einfach recht haben. Wir wollen etwas erreichen. Wir wollen gestalten. 

An den politischen Polen läuft es oft anders. Dort werden die Antworten einfacher, je komplexer die Realität wird. Die einen halten die eigene Haltung bereits für die Lösung, die anderen halten maximale Härte bereits für Handlungsfähigkeit. 

Aber ein für moralisch richtig befundener Satz bezahlt noch keine Rechnung, sichert noch keine Rente und schützt noch kein Land. Und ein harter Satz löst kein Problem, wenn er an der Realität scheitert. 

Die Pole können Probleme zuspitzen. Eine starke Mitte muss sie lösen. 

Wir sind nicht halb links und halb rechts. Wir sind ganz Mitte. 

Wir haben eine eigene Richtung. Und wir werden kein schwieriges Thema anderen überlassen: nicht die Sicherheit, nicht die Migration, nicht die Energie, nicht unsere Sozialwerke und nicht unseren Wohlstand. 

Wir sehen die Realität. Und wir handeln. 

Und wenn wir über Veränderung sprechen, lohnt sich ein kurzer Blick auf unsere eigene Geschichte. 

Unsere Partei prägt die Schweiz seit Jahrzehnten mit. Darauf dürfen wir mit Respekt zurückblicken. Aber eine starke Geschichte ist noch kein Zukunftsprogramm. 

Politische Bindungen und Lebensrealitäten haben sich verändert. Wir können das beklagen. Oder wir können daraus eine Konsequenz ziehen. 

Und so haben wir uns längst für die Konsequenz entschieden. 

Wir haben uns geöffnet, Kräfte zusammengeführt und uns erneuert. Mit dem Namen: Die Mitte. 

Dieser Schritt war nicht selbstverständlich. Aber er hat gezeigt: Wir sind bereit, uns zu verändern, um die Schweiz zu verändern – ohne dabei unseren politischen Kompass zu verlieren. 

Heute sind wir eine starke, eigenständige Kraft in der politischen Mitte dieses Landes. Unser Blick richtet sich nach vorne. 

Wir sind kein nostalgisches Relikt. Wir sind ein Zukunftsprojekt.  

Was bedeutet das für uns als Mitte? 

Wenn wir weiterwachsen wollen, dann müssen wir klar zeigen, wofür Die Mitte steht – und was aus dieser Haltung konkret folgt. 

Wir haben Substanz. Wir haben Lösungen. Und wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder Verantwortung übernommen. Nur haben wir unsere Erfolge manchmal leiser erklärt als andere ihre Forderungen.  

Das müssen wir ändern! Nicht, indem wir poltern. Sondern indem wir klarer werden. Verständlicher. Selbstbewusster. 

Mutiger heisst nicht radikaler. Mutiger heisst mehr Mitte. 

Unsere politische DNA ist die Verbindung von Freiheit, Solidarität und Verantwortung. Gerade in polarisierten Zeiten ist dies nicht nur eine Verbindung, sondern ein Kompass. 

Verantwortung beginnt dort, wo es schwierig wird: wenn Interessen aufeinanderprallen, wenn eine Entscheidung etwas kostet, wenn nicht alle begeistert sind. 

Dann müssen wir ein Problem benennen. Ein Ziel setzen. Zielkonflikte offenlegen. Eine umsetzbare Lösung entwickeln. Sagen, was sie kostet. Eine Mehrheit dafür gewinnen. Und Verantwortung für die Folgen übernehmen. 

Wir sind konsequent beim Ziel und pragmatisch beim Weg. 

Zusammenbringen ist dabei nicht unser Ziel. Zusammenbringen ist unsere Methode, damit Lösungen in unserem Land möglich werden. 

Und dieser Anspruch gilt auch für mich. 

Ich will verlässlich, verständlich und nahbar führen. 

Verlässlich in der Haltung. Verständlich in den Entscheidungen. Nahbar im Umgang mit den Menschen. 

Für mich bedeutet Führung aus der Mitte: zuhören, entscheiden, erklären – und Verantwortung für das Ergebnis übernehmen. 

Was heisst diese Art von Politik konkret? Unsere Fairness-Initiative illustriert dies. 

Der Ausgangspunkt ist einfach: Der Staat soll den Menschen nicht vorschreiben, wie sie ihr Leben organisieren. Und er soll sie wegen der gewählten Organisation nicht steuerlich bestrafen. 

Darum haben wir die steuerliche Benachteiligung von Ehepaaren nicht nur kritisiert. Wir haben eine Initiative eingereicht, über 120’000 Unterschriften gesammelt und einen verbindlichen Weg zur Umsetzung vorgelegt. 

Am 8. März hat die Bevölkerung der Individualbesteuerung zugestimmt. Diesen Entscheid respektieren wir. Die Heiratsstrafe soll weg. Die offene Frage lautet jetzt: Wie schaffen wir sie fair ab? 

Unsere Antwort ist verbindlich: Ehepaare dürfen bei der direkten Bundessteuer gegenüber unverheirateten Paaren in vergleichbarer wirtschaftlicher Lage nicht benachteiligt werden. Die gemeinsame Veranlagung bleibt. Und wenn nach drei Jahren noch keine gesetzliche Lösung gilt, greift ein Übergangsmechanismus. Es wird zusätzlich gerechnet – und der tiefere Steuerbetrag kommt zur Anwendung. 

Das ist konsequent beim Ziel und pragmatisch beim Weg. 

Denn ein Steuersystem ist nicht automatisch fair, nur weil «individuell» draufsteht. Auch Einverdienermodelle, Konkubinatspaare, Alleinerziehende oder Paare mit stark unterschiedlichen Einkommen können schlechter dastehen. 

Menschen leben nicht alle nach demselben Modell. Sie reduzieren ihr Pensum, betreuen Kinder, pflegen Angehörige, bilden sich weiter oder werden selbständig. 

Moderne Gleichstellung bedeutet Wahlfreiheit, nicht Gleichförmigkeit. 

Und wer Jahrzehnte Teilzeit gearbeitet, Kinder betreut oder Angehörige gepflegt hat, kann mit 70 nicht plötzlich die Vergangenheit neu organisieren, nur weil der Staat das Steuermodell ändert. 

Darum geht es im Kern: Nicht das Leben soll sich dem Steuersystem anpassen. Das Steuersystem soll sich an den Lebensrealitäten der Menschen orientieren. 

Heiratsstrafe abschaffen. Konsequent und gerecht. 

Politische Verantwortung muss sich im Alltag bewähren. Sie muss Orientierung geben, Verlässlichkeit schaffen und Perspektiven eröffnen. 

Daraus folgen für uns drei klare Versprechen. 

Das erste Versprechen lautet: Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass die Schweiz sie schützt und im Ernstfall handlungsfähig ist. 

Sicherheit beginnt im Alltag: bei einer Polizei, die ihre Aufgabe erfüllen kann. Bei geschützten Daten und Infrastrukturen. Bei einer zuverlässigen Energie- und Medikamentenversorgung. Und bei einer Armee, die unser Land tatsächlich verteidigen kann. 

Innere Sicherheit heisst für uns deshalb auch: Der Staat muss dort präsent und handlungsfähig sein, wo Menschen Schutz erwarten – im öffentlichen Raum, gegenüber Gewalt und organisierter Kriminalität und bei neuen Bedrohungen aus dem Cyberraum. Wer Regeln verletzt, muss die Verantwortung tragen.  

Darum setzen wir uns für eine starke Polizei, eine wirksame Cyberabwehr und eine höhere Verteidigungsfähigkeit ein. Denn eine glaubwürdige Landesverteidigung braucht mehr als Soldaten und Beschaffungsbeschlüsse. Sie braucht Ausrüstung, Know-how, Wartungskapazitäten, Produktionsmöglichkeiten und verlässliche internationale Lieferketten. 

Auch beim Kriegsmaterialgesetz müssen wir die Realität anschauen. 

Ein Angriffskrieg in Europa ist ein klarer Bruch des Völkerrechts. Das verurteilen wir ohne Wenn und Aber. 

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich die geopolitische Lage fundamental verändert hat. Als europäische Partner Schweizer Kriegsmaterial an ein angegriffenes Land weitergeben wollten, wollte der Bundesrat den Spielraum nicht nutzen, den er aus der Bundesverfassung hätte ableiten können. Gleichzeitig erschweren die heutigen Regeln die sicherheitspolitische Zusammenarbeit und gefährden Fähigkeiten, die wir für unsere eigene Verteidigung brauchen, und damit unsere Sicherheit. 

Sie haben auch Vertrauen bei engen sicherheitspolitischen Partnern gekostet. Und wenn Schweizer Unternehmen aus internationalen Lieferketten und Kooperationen herausfallen, verlieren wir auf Dauer Know-how, Wartungskapazitäten und Produktionsmöglichkeiten, auf die unsere eigene Armee angewiesen ist. 

Es geht weder um sicherheitspolitische Naivität noch um einen Blankoscheck für die Rüstungsindustrie. Es geht um eine glaubwürdige bewaffnete Neutralität, eine verteidigungsfähige Schweiz und klare politische Verantwortung. 

Darum müssen wir heute entscheiden, welche Lehren wir aus den vergangenen Jahren ziehen wollen. 

Bei diesem Entscheid geht es nicht darum, unsere Neutralität aufzugeben. Es geht darum, ob eine glaubwürdige bewaffnete Neutralität auch in einer veränderten Sicherheitslage verteidigungsfähig und handlungsfähig bleiben kann. 

Die Revision, über die wir nachher unsere Parole fassen, würde mehr Handlungsspielraum für künftige Krisen schaffen – aber keinen Freipass. Neutralitätsrecht, Völkerrecht und internationale Verpflichtungen bleiben verbindlich. Und der Bundesrat kann eingreifen, wenn aussen-, neutralitäts- oder sicherheitspolitische Gründe dies verlangen. 

Neutralität bedeutet nicht sicherheitspolitische Passivität. 

Unsere Neutralität schützt die Unabhängigkeit der Schweiz und ermöglicht unsere Guten Dienste. Gerade deshalb muss die Schweiz neutral bleiben und auch künftig selbst entscheiden können, wie sie ihre Interessen schützt. Die Neutralitätsinitiative würde diesen Handlungsspielraum unnötig einschränken.  

Darum sagen wir Nein zu einem starren Neutralitätskorsett. Und Nein zur Neutralitätsinitiative. 

Und Sicherheit hat auch einen Preis. 

Wer mehr Sicherheit fordert, muss auch die Rechnung zeigen. 

Wir sagen deshalb nicht nur, dass die Armee zusätzliche Mittel braucht. Wir legen auch einen Finanzierungsvorschlag vor. Eine befristete Erhöhung der Mehrwertsteuer macht transparent, was zusätzliche Verteidigungsfähigkeit kostet – und weil dafür die Verfassung geändert werden muss, entscheidet am Ende die Bevölkerung. 

Das ist für mich Verbindlichkeit: Ziel, Machbarkeit und Finanzierung gehören zusammen. 

Dasselbe Prinzip gilt bei der Energie. Unser Ziel ist eine sichere und bezahlbare Versorgung. Plan A bleiben Wasserkraft, Solar- und Windenergie sowie Netze und Speicher. Sie müssen endlich schneller ausgebaut werden. Die Verhinderungspolitik, gerade der Umweltverbände, verhindert die von der Mitte stets unterstützte Energiewende. 

Gleichzeitig dürfen wir uns für die Zukunft keine Option aus ideologischen Gründen verbauen. Aber auch hier gilt: Eine Option zu ermöglichen ist noch kein Entscheid für ein konkretes Grossprojekt. Kosten, Risiken, Finanzierung und Verantwortlichkeiten müssen vorher geklärt sein. Der Entscheid, über einen Plan B nachzudenken, bedeutet noch keine Unterstützung für ein neues Kernkraftwerk. 

Wir schauen hin. Wir rechnen. Wir entscheiden. Und dann stehen wir zu den Konsequenzen. 

Unser Versprechen lautet: Auf dieses Land muss Verlass sein – im Alltag und im Ernstfall. 

Das zweite Versprechen lautet: Politik muss fair sein – gegenüber unterschiedlichen Lebensrealitäten und gegenüber der nächsten Generation. 

Fairness bedeutet für uns auch: Wer eine Leistung verspricht, muss sagen, wie sie finanziert wird. 

Bei der 13. AHV-Rente haben wir genau das gezeigt. Das Volk hat entschieden, dass die zusätzliche Rente kommt. Für uns war deshalb ebenso klar: Sie muss verlässlich finanziert werden. Und zwar jetzt! 

Wir hätten eine breiter abgestützte Lösung bevorzugt. Dafür gab es im Parlament keine Mehrheit. Also haben wir dazu beigetragen, dass eine mehrheitsfähige Mehrwertsteuerlösung zustande kommt. 

Das ist Verantwortung: beim Ziel konsequent bleiben und beim Weg eine Lösung möglich machen. 

Und auch hier gilt: Am Schluss entscheidet die Bevölkerung. Die Rechnung liegt damit offen auf dem Tisch. 

Dasselbe Verständnis von Fairness leitet uns in der Gesundheitspolitik. 

Unser Anspruch ist klar: Alle Menschen sollen Zugang zu einer qualitativen und bezahlbaren medizinischen Versorgung haben – unabhängig von Einkommen, Alter oder gesundheitlichem Risiko. 

Dazu gehört auch Versorgungssicherheit. Wer krank ist, muss darauf vertrauen können, dass die nötigen Medikamente verfügbar sind, genügend medizinisches Personal da ist und eine gute Grundversorgung auch ausserhalb der grossen Zentren erreichbar bleibt. 

Dafür haben wir konkrete Hebel aufgezeigt, um dem Prämienanstieg entgegenzuwirken – und dafür engagieren wir uns weiter. 

Wir wollen Fehlanreize abbauen, Doppelspurigkeiten vermeiden und die Versorgung besser koordinieren. Ambulante und stationäre Angebote müssen besser zusammenspielen. Über Kantonsgrenzen hinweg braucht es mehr Zusammenarbeit. Die Grundversorgung muss gestärkt werden – auch durch neue Berufsprofile, die Ärztinnen und Ärzte entlasten. 

Und die Digitalisierung muss endlich einen konkreten Nutzen bringen: Ein funktionierendes elektronisches Patientendossier soll den Informationsaustausch verbessern, unnötige Doppeluntersuchungen verhindern und Risiken vermindern. Auch bei Medikamenten müssen wir dort ansetzen, wo Preise oder Vergütungsmodelle falsche Anreize schaffen. 

Für die Menschen muss das spürbar werden: bessere Koordination, weniger unnötige Leistungen und eine qualitativ gute Versorgung, die auch in den Regionen erreichbar bleibt. 

Unser Ziel ist nicht Sparen um des Sparens willen. Unser Ziel ist, dass jeder Prämienfranken möglichst viel Gesundheit bringt. 

Und Fairness endet nicht bei der heutigen Generation. 

Die heutige Rentnergeneration muss sich auf die AHV verlassen können. Unsere Kinder und Enkel aber genauso. 

Darum gehört für uns zu jedem grossen Entscheid eine einfache Frage: 

Ist diese Lösung enkeltauglich? 

Unser Versprechen lautet: Niemand soll die Rechnung für ein System bezahlen, das seine Probleme nicht löst. 

Das dritte Versprechen lautet: Wer arbeitet, Verantwortung übernimmt, ein Unternehmen führt oder eine Familie gründet, soll auch morgen Perspektiven haben. 

Dafür reicht es nicht, unseren Wohlstand zu verwalten. Wir müssen die Voraussetzungen dafür immer wieder erneuern. 

Reformstau klingt abstrakt. Im Alltag ist er sehr konkret: wenn ein Wohnbauprojekt jahrelang blockiert ist. Wenn ein KMU auf eine Bewilligung wartet. Wenn ein Energieprojekt nicht vorankommt. Oder wenn digitale Prozesse mehr Aufwand verursachen, statt Zeit zu sparen. 

Darum wollen wir Verfahren beschleunigen und unnötige Hürden abbauen. 

Für eine Familie heisst das: Wohnungen müssen tatsächlich gebaut werden können. 

Für ein KMU heisst es: Bewilligungen müssen berechenbar sein, digitale Behördengänge Zeit sparen und Regeln Investitionen ermöglichen. 

Und für unsere Regionen heisst es: Arbeitsplätze, Berufsbildung, medizinische Versorgung und Infrastruktur dürfen nicht zu einer Frage der Postleitzahl werden. 

Fortschritt muss im ganzen Land ankommen. 

Dafür setzen wir auf das, was Wohlstand schafft: eine starke Berufsbildung, Innovation, unternehmerische Freiheit, solide Finanzen und verlässliche Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen. 

Dazu gehören auch stabile Beziehungen zu unseren wichtigsten Partnern. 

Bei Europa gilt für uns: weder Abschottung noch Euphorie. Unsere Ziele sind ein gesicherter Marktzugang und faire Regeln. Kurzum: Rechtssicherheit. 

Denn eine exportorientierte Volkswirtschaft braucht Planungssicherheit. Unternehmen müssen investieren können. Arbeitsplätze brauchen Perspektiven. Und politische Lösungen müssen wirtschaftlich tragen und demokratisch tragfähig sein. 

Wohlstand ist kein Besitzstand. Er ist das Ergebnis von Entscheidungen – und von Reformen, die man rechtzeitig anpackt. 

Fortschritt ist erst dann Fortschritt, wenn die Menschen ihn spüren. 

Unser Versprechen lautet: Wir lösen Blockaden, schaffen verlässliche Rahmenbedingungen und sorgen dafür, dass sich Leistung lohnt und die nächste Generation echte Perspektiven hat. 

Was verbindet diese drei Versprechen? 

Bei allen drei geht es um dieselbe politische Methode: ein Problem klar benennen. Ein Ziel setzen. Die Machbarkeit prüfen. Die Rechnung offenlegen. Eine Lösung auf den Tisch legen. Und eine Mehrheit schaffen, die sie umsetzt. 

Wir sind konsequent beim Ziel und pragmatisch beim Weg. 

Ein Kompromiss ist dann gut, wenn er ein Problem löst. 

Das ist der Unterschied zwischen Beliebigkeit und Kompromissfähigkeit. Wer kein eigenes Ziel hat, schliesst keinen Kompromiss – er passt sich an. Wer aber weiss, wohin er will, kann beim Weg Lösungen finden. Wenn er nicht ideologisch stur ist. 

Die politische Mitte ist kein Ort ohne Haltung. Sie ist der Ort, an dem unterschiedliche Interessen zu tragfähigen Entscheidungen werden. 

Und deshalb sage ich es noch einmal: Die Pole können zwar Probleme zuspitzen. Eine starke Mitte muss sie lösen. 

Wir ducken uns weder vor den Problemen noch vor den Polen weg. 

Liebe Delegierte 

Unsere Geschichte verdient Respekt. Aber sie ist Geschichte. Unser Auftrag liegt vor uns. 

Wir haben gezeigt, dass wir bereit sind, uns zu verändern. Jetzt müssen wir zeigen, was diese Veränderung bewirken kann. 

Erstens: Seien wir mutiger. Überlassen wir Sicherheit, Migration, Kaufkraft, Gesundheit oder Generationengerechtigkeit nicht den politischen Polen. Dass ein Thema schwierig ist, ist kein Grund, es jenen zu überlassen, die mit einfachen Parolen operieren. 

Eine Position wird nicht dadurch rechts oder links, dass auch die Pole ein Problem darin erkennen. Entscheidend ist, welche Lösung wir daraus ableiten. Zweitens: Seien wir authentisch. Wir müssen keine andere Partei kopieren. Unsere Position hängt nicht davon ab, was links oder rechts gerade fordert. Wir sind klar bürgerlich, aber auch sozial verantwortlich. Und freiheitlich. Aber eben auch pragmatisch und menschlich. 

Drittens: Seien wir konsequent. Ein Beschluss allein verändert nichts. Politik wird wirksam, wenn wir dranbleiben, erklären, überzeugen, Finanzierung und Machbarkeit klären, Mehrheiten schaffen und umsetzen. Auch dann, wenn es unattraktiv ist. 

Vielleicht ist das genau der Punkt, an dem wir selbstbewusster werden müssen. 

Wir werden nicht stärker, indem wir weiter nach links oder rechts rücken. Wir werden stärker, indem wir konsequenter Mitte sind. 

Wir sind nicht die Mitte, weil wir zwischen den Polen stehen. Wir sind die Mitte, weil wir eine eigene Richtung haben. 

Und jetzt frage ich euch: Wollen wir diesen Weg weitergehen? Wollen wir 2027 den nächsten Schritt machen? 

Ich bin überzeugt: Ja. 

Wir haben uns erneuert. Wir haben Verantwortung übernommen. Wir schaffen Mehrheiten. Und wir prägen die politische Mitte dieses Landes. 

Darauf können wir aufbauen. Aber wir wollen mehr. 

Wir wollen aus eigener Kraft so stark werden, dass unser Anspruch auf einen zweiten Sitz im Bundesrat selbstverständlich wird. 

Dafür müssen wir 2027 weiter zulegen. Nicht, weil uns Macht um ihrer selbst willen interessiert. Sondern weil politische Stärke auch bedeutet, bereit zu sein, mehr Verantwortung für unser Land zu übernehmen. 

Heute sind wir in beiden Kammern eine prägende Kraft. Vor allem aber sind wir die eigenständige Kraft in der politischen Mitte, die Mehrheiten möglich macht und Verantwortung übernimmt. 

Daraus folgt unser Anspruch auf einen zweiten Sitz im Bundesrat. 

Nicht aus Eitelkeit. Nicht aus Nostalgie. Sondern weil politische Verantwortung und politische Vertretung zusammengehören. 

Wer im Parlament Verantwortung trägt, Mehrheiten schafft und das Land mitprägt, soll auch in der Landesregierung angemessen Verantwortung übernehmen. 

Diesen Anspruch wollen wir 2027 weiter untermauern. Durch unsere eigene Stärke. Durch Vertrauen bei den Menschen. Durch zusätzliche Stimmen und zusätzliche Verantwortung. 

Nicht gegen jemanden. Sondern aus der Überzeugung, dass eine starke politische Mitte auch institutionell das Gewicht erhalten soll, das sie sich demokratisch erarbeitet. 

Liebe Delegierte 

Die Schweiz braucht keine weitere Partei, die an einem der beiden Pole um die grösste Lautstärke kämpft. 

Sie braucht eine starke Mitte, die hinschaut, entscheidet und Lösungen durchsetzt. 

Eine Mitte, die verlässlich ist. Verständlich. Nahbar. 

Eine Mitte, die weiss, wohin sie will – und die bereit ist, Verantwortung für den Weg zu übernehmen. 

Klar in der Haltung. Konsequent in der Sache. Gemeinsam in der Lösung. 

Es lebe Die Mitte.

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