Jede Familie ist anders. Jede verdient faire Steuern.
1. Oktober 2026 – Das überparteiliche JA-Komitee zur Fairness-Initiative hat heute an einer Medienkonferenz in Bern seine Kampagne lanciert. Es setzt sich für eine gerechte und einfache Lösung ein, die die steuerliche Benachteiligung von Ehepaaren abschafft und unterschiedliche Lebensmodelle respektiert. Wer heiratet oder familiäre Verantwortung übernimmt, darf steuerlich nicht benachteiligt werden.
Die Vertreterinnen der Parteien und Verbände, die die Fairness-Initiative unterstützen, haben sich im Medienzentrum Bundeshaus in Bern versammelt, um ihre Argumente vorzustellen und die Kampagne zu lancieren. Yvonne Bürgin, Karin Stadelmann und Isabelle Chappuis für Die Mitte, Céline Amaudruz und Katja Stettler-Riem für die SVP, Barbara Stotzer-Wyss für die EVP, Sandra Schöpfer für die EDU, Priska Wismer-Felder für den Schweizer Bauernverband sowie Regula Nikles für die IG Familie 3plus erläuterten, warum es eine Steuerpolitik braucht, die den Lebensrealitäten der Familien gerecht wird, ohne einen umfassenden Umbau des Steuersystems vorzuschreiben.
Gerecht: Eine Heirat darf nicht zu höheren Steuern führen
Die Fairness-Initiative will die steuerliche Benachteiligung von Ehepaaren bei der direkten Bundessteuer abschaffen. Ehepaare sollen nicht mehr bezahlen als unverheiratete Paare in vergleichbarer wirtschaftlicher Situation. Eine Heirat allein darf nicht zu einer höheren Steuerbelastung führen.
Für das Komitee muss die Heiratsstrafe fair und konsequent abgeschafft werden. Die Lösung muss sowohl Doppelverdienerpaare mit ähnlich hohen Einkommen als auch Einverdienerhaushalte und Paare mit ungleicher Einkommensverteilung berücksichtigen.
Modern: Lebensmodelle und familiäre Verantwortung respektieren
Jede Familie gestaltet ihren Alltag anders. Beide Partner können Vollzeit arbeiten, ein Elternteil kann das Pensum reduzieren, um Kinder zu betreuen, eine Weiterbildung absolvieren oder Angehörige pflegen. Diese Entscheidungen verändern sich im Laufe des Lebens. Paare sollen selbst bestimmen können, wie sie Erwerbs- und Familienarbeit aufteilen, ohne dass das Steuersystem ein bestimmtes Modell bevorzugt oder benachteiligt.
Wer sein Pensum reduziert, um Kinder zu betreuen oder Angehörige zu pflegen, übernimmt Verantwortung für andere und leistet einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag. Diese Arbeit darf steuerlich nicht zum Nachteil werden.
Viele Rentnerpaare sind schon Jahrzehnte zusammen. Diese Lebensleistung gilt es anzuerkennen. Im Ruhestand können sie ihre damalige Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit nicht mehr an ein neues Steuersystem anpassen.
Einfach: Eine gemeinsame Steuererklärung, ohne umfassenden Systemwechsel
Wird die Initiative angenommen, reichen Ehepaare weiterhin eine gemeinsame Steuererklärung ein. Die Ehe bleibt steuerlich als wirtschaftliche Gemeinschaft anerkannt. Die Initiative baut auf dem bestehenden Steuersystem auf und ermöglicht es, die Benachteiligung zu beseitigen, ohne einen umfassenden Wechsel vorzuschreiben.
Im Unterschied zur Individualbesteuerung vermeidet die Fairness-Initiative zusätzliche Steuererklärungen und den damit verbundenen administrativen Mehraufwand für Kantone und Gemeinden. Sie bietet eine pragmatische Lösung für Ehepaare und Steuerverwaltungen.
Ein klarer Auftrag und eine verbindliche Umsetzung
Die Fairness-Initiative verankert in der Bundesverfassung, dass Ehepaare weiterhin nur eine Steuererklärung ausfüllen und sie gegenüber anderen Steuerpflichtigen nicht benachteiligt werden dürfen. Das Parlament muss diesen neuen Verfassungsauftrag umsetzen, die Bundesgesetzgebung entsprechend anpassen und für eine kohärente Umsetzung auf allen politischen Ebenen sorgen. Die konkrete Ausgestaltung bleibt Aufgabe des Gesetzgebers.
Treten die gesetzlichen Ausführungsbestimmungen nicht innert drei Jahren nach der Annahme durch Volk und Stände in Kraft, muss der Bundesrat die vorgesehene Übergangslösung auf dem Verordnungsweg einführen. Die Steuerbehörde vergleicht die gemeinsame Besteuerung mit einer alternativen Steuerberechnung anhand der Tarife und Abzüge für unverheiratete Personen. In Rechnung gestellt wird der tiefere Betrag.
Das Komitee ruft dazu auf, die Fairness-Initiative zu unterstützen: für die Abschaffung der Heiratsstrafe, den Respekt vor unterschiedlichen Lebensmodellen und für ein einfaches Steuersystem.
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